Dem Pessimismus überdrüssig
Irgendwann nervt es: nur noch schlechte Nachrichten in den Medien, wohin man sieht. Ob im Radio, im Fernsehen, im Internet, in der Zeitung. Man hat das Gefühl, dass es nur noch Schlechtes in der Welt gibt. Gute Nachrichten gehen unter in der Flut der reißerischen Überschriften:
Gentechnisch veränderter Mais. Mord in Eislingen. Anschläge rund um den Globus. Milchstreik. Arsen im Atommüllager. Gasversorger wollen Preise kaum senken. Wachsende angst vor Deflation in den USA. UBS streicht Stellen. Piraten in Somalia.
Und die guten Nachrichten dazwischen haben ihre Dämpfer bekommen:
Schwache, langsame Erholumg im nächsten Jahr. Chancen für einen Teil von Woolworth. Grüne befürworten eine staatliche Grundsicherung für Kinder, finden 500 EUR aber zu hoch.
Da tut es gut, sich einen RSS-Feed der Webpage HappyNews zuzulegen. Der ist nun ab sofort in diesem Blog in der Seitenleiste zu finden, damit man wenigstens für ein paar Minuten am Tag einige Lichtblicke erhält.
So lässt es sich leben
Stunden auf dem Balkon verbringen
Sich im Sonnenschein wärmen
Dem Buchfink-Pärchen zuschauen, wie es bedächtig, aber zielstrebig auf dem Boden nach Futter sucht
Sich an den lila Krokussen erfreuen, die von Hummeln besucht werden
Den Gesängen der Amseln, Meisen, Rotschwänzchen und Zilpzalpen erfreuen
Dem gaukelnden Zitronenfalter hinterherblicken
Die Nachbarn beobachten, die ihre Balkone saugen, ihre Pflanzen arrangieren und sich dann auch hinsetzen und einfach nur gucken
Über das wichtige Gezeter der sich balgenden Grünfinken lächeln
Der kleinen Spinne, der man den Namen Henrietta gibt, zuschauen, wie sie auf sämtlichen Balkonpflanzen ihr Netz verspinnt
Sich auf den Sommer mit all seinen Möglichkeiten freuen: Grillen, Faulenzen, Blumen und Grün überall
Den Nachbarn lauschen, wie sie sich begrüßen, sich gegenseitig vorstellen, mit dem Handy telefonieren und spazierengehen
Den ollen Sonnenhut aufsetzen, sich mit Sonnencreme einreiben, die Beine übereinanderschlagen
Sich ärgern, wenn Wolken die Sonne verdecken
Versuchen, die Vögel an ihrem Gesang zu erkennen und dabei eine CD zu Hilfe nehmen – oder versuchen, den Sänger zu entdecken
Die Blumen umarrangieren oder spontan neue pflanzen
Eine Checkliste und einen Einkaufszettel schreiben für die zukünftige Balkongestaltung
Sich fragen, warum der Nachbar mit dieser riesigen, nicht überdachten Dachterrasse nur zwei mickrige Birkenbäumchen aufgestellt hat, anstatt dort die reinste Blütenpracht anzubauen
Den Blick immer wieder zum Himmel schweifen lassen, um die ersten Schwalben zu entdecken
Sich vorstellen, wie der Kirschbaum da unten endlich seinen Blütenregen entfaltet und sich tierisch darauf freuen
Sich fest vornehmen, Erdbeer-Pflanzen anzuschaffen
Über das Staunen, Beobachten, Freuen und Planen einfach mal die Zeit vergessen
Das Paradies auf Erden
Geislingen/Steige, PLZ 73312, hat jetzt einen Werksverkauf von Lindt. Einfach himmlisch. Eröffnung war vom 22.-24.08.08 (verkaufsoffener Sonntag), und der kleine Lindt-Shop war gerammelt voll.
Direkt neben der Fischhalle, dem Werksverkauf der WMF, wurde innerhalb eines halben Jahres ein Backsteinbau hochgezogen, in dem nun ein kleines Outlet-Center beheimatet ist. Seltmann-Weiden, Gardena, Esprit und eben auch Lindt sind die Highlights.
Geislingen liegt gerade mal 30 km von meinem Wohnort entfernt, und auch meine Oma wohnt dort. Schlussfolgerung: bei jedem Oma-Besuch (einmal pro Woche) einen Abstecher zu Lindt machen….
Natürlich wechselt das „Sortiment“ entsprechend, je nachdem, was bei Lindt gerade an Ausschussware anfällt. Im Moment gibt es tonnenweise Trüffel, Fioretta und dunkle Schokolade in allen möglichen Geschmacksrichtungen sowie verschiedene Pralinen.
Gründe sind u.a. auslaufendes oder ausgelaufenes Design der Schachteln, bald abgelaufenes Mindeshaltbarkeitsdatum und Überproduktion.
Preisbeispiele:
100g Tafelschokolade zu 1,- EUR
750g Trüffel zu 6,- EUR
kleine Alpenmilch-Täfelchen zu 0,52 EUR
Unvermeidlich trotz der billigen Schoki: es musste tatsächlich Menschen geben, die sich auch noch beschweren, dass es die normalen Tafeln, also Lindor oder Alpenmilch z.B., gar nicht gibt. Oder dass ein Teil der Schoki bereits im September abläuft. Oder dass die Trüffel nichts besonderes sind und auch nicht besser schmecken als die von anderen Firmen (ich finde sie übrigens superlecker).
Solchen Leuten muss man sagen: dann geht halt zu Hussel. Oder zu Edeka. Kauft eure teure Schokolade im Einzelhandel, da gibt’s ein langes MHD, alle möglichen Sorten . Das hier ist ein Werksverkauf, das heißt nicht ohne Grund „Outlet“.
Aber dann wird man meist nur schräg angeguckt. Rummotzen ist schließlich ein angeborenes Recht.

