Ernüchterung auf ganzer Linie … leider
Nun also lief heute der Aufmacher zur neuen Fantasy-Serie „Legend of the seeker“ auf ProSieben. Die ersten 60 Minuten haben es mir sehr angetan, dann fingen die Verdrehereien der Originalbücher „Das Schwert der Wahrheit“ (Terry Goodkind) auch schon wie erwartet an.
Gut, über einige aus den Büchern nicht adaptierte Dinge könnte man ja noch hinwegsehen. Dass Richard mit Zedd seit langem befreundet ist z.B. Oder dass Richard das Buch der Gezählten Schatten schon längst auswendig kann – und das Buch auch von seinem Vater erhielt und nicht, wie in der Serie, über den Umweg Kahlan/Zedd.
Dass ein paar der „grausamsten“ Szenen aus dem amerikanischen Original im deutschen weggelassen wurde – gut, da verriet ja schon die Sendezeit, dass sich der Sender wohl dachte, er könnte „Legendof the seeker“ im Familienprogramm unterbringen.
Die Hauptdarsteller sind auch vertretbar. Da an die Vorstellung der Fans anzuknüpfen ist sicher schwierig, aber wenigstens ist Richard ganz annehmbar ![]()
In den letzten 20 Minuten allerdings riss dann auch mein Toleranzfaden. Wer das nicht versteht, muss die Bücher lesen.
Ich werde mir viell. irgendwann die Originale auf DVD besorgen, damit ich mir wenigstens nicht die Wegschneiderei antuen muss.
Alles in allem ist „Legend of the seeker“ (wenigstens sein Eröffnungsfilm) ganz annehmbar als losgelöste Fantasy-Serie. Doch eingefleischte Goodkind-Fans werden SCHMERZEN haben *sadistisch grins*

Eigentlich ist Craig Horner alias Richard nicht wirklich zu verachten...
Kann ein Glück gefasst werden?!
Meine Lieblings-Fantasy-Buchserie, „Das Schwert der Wahrheit“ von Terry Goodkind, wurde in einer Serie verfilmt, und diese Serie startet in D am 11.10.2009 im Nachmittagsprogramm auf ProSieben. Ihr seht mich glücklich grinsen
und wisst nun, wo ihr mich die nächsten 22 Sonntage finden werdet *sabber*
Eine Ausstellung ab 18 Jahren
H.R. Giger – dessen Kunst muss man wirklich mögen. Wer mit den „Alien“-Filmen von klein an aufgewachsen ist (so wie ich
), kann sich der Faszination von Gigers Kunst und insbesondere seines Aliens nicht entziehen.
Seit Januar zeigt das Deutsche Filmmuseum Frankfurt eine Sonderausstellung. Den Schwerpunkt bilden seine filmbezogenen Werke, allen voran Entwürfe und Plastiken aus den Alien-Filmen.
Die Ausstellung läuft noch bis 17. Mai.
Besonders süß finde ich den Hinweis auf der Homepage, dass die ausgestellten Werke das sittliche Empfinden des Betrachters stören könnten. Es wird empfohlen, Kinder unter 18 Jahren nicht mitzunehmen.
Seids doch nicht so zimperlich. Das ist wie in Amerika – Tod und Blut und Gewalt sind o.k., aber sobald „unsittliche“ Bilder gezeigt werden, macht es laut und deutlich *piiiiiiiiiiiiiiep* mitsamt schwarzen Zensurbalken
Jedenfalls wisst ihr nun, wo ihr mich in meinem März-Urlaub finden werdet
*sich riesig freu*
Die Filmecke: „Der Nebel“
„Der Nebel“ ist die Verfilmung der gleichnamigen Kurzgeschichte von Stephen King.
Stephen King + Verfilmung = gemischte Gefühle; nur wenige King-Verfilmungen sind es wert, angeschaut zu werden. Die Bücher sind gut, die Filme dazu eher „na ja“. Deshalb wurde der Film vorsorglich erst mal aus der Leihvideothek beschafft.
Also lassen wir uns von „Der Nebel“ überraschen.
Und wie wir uns überrascht haben lassen.
Inhalt (ohne Pointe):
Nach einem Sturm zieht Nebel über den nahen See auf. David und sein Sohn Billy fahren zum Supermarkt, um vorsorglich Vorräte einzukaufen. Während sie an der Kasse anstehen, weil die halbe Stadt auf die gleiche Idee gekommen ist, geht der Fliegeralarm los und das Militär rückt aus.
Ein Mann taucht auf, blutüberströmt, und warnt die Menschen im Supermarkt vor den Dingen, die im Nebel ihr Unwesen treiben. Die Menschen verschanzen sich vorsorglich im Laden, obwohl dem Mann kaum einer glaubt.
Erst als im Lager ein Unglück passiert, dämmert es David, dass der Nebel kein gewöhnlicher Nebel ist.
Meine Meinung (!! SPOILER !!):
Zuerst war ich positiv überrascht. Der Film ist von Anfang an spannend – es ist auch schon ein Weilchen her, dass ich die Kurzgeschichte gelesen habe. Die Spannung hält bis zum Ende an.
Die Monster aus dem Nebel haben ein ganz dickes Plus verdient.
Übergroße Spinnen mit vielen Zähnen, die säurehaltige Spinnweben verschießen und ihre Brut in menschlichen Körpern heranreifen lassen („Alien“ lässt grüßen).
Insekten, die an eine Mischung aus Motte und Skorpion erinnern – hier ein logischer „Fehler“ im Film: Als die Leute, die am Fenster des Ladens Wache halten, herausfinden, dass diese Viecher vom Licht angezogen werden, knipsen die Doofbeutel die Windlichter aus UND DIE 1.000-WATT-SPOTS AN!!! Argh.
Egal, jedenfalls sind die „Flugsaurier“, die die Mottenwesen von der Scheibe picken, auch nicht zu verachten, vor allem, als so eines noch in den Laden kommt und die Leute gehörig aufmischt.
Elegant auch das „letzte“, etwa wolkenkratzergroße Monster am Ende des Films, das friedlich die Straße überquert.
Deutliches Minus in meinen ganz persönlichen Augen: die Darstellung der christlichen Fanatikerin Carmody, die die Gruppe mit ihren Missionierungen spaltet, ist so entwickelt, als habe sie mit ihren Gegeifere über den alttestamentarischen Rache-Gott in jedem Punkt Recht gehabt (s. auch mein Fazit).
Wie es im Buch dargestellt wurde, weiß ich leider nicht mehr genau – wäre interessant herauszufinden, inwieweit die Filmemacher Kings Geschichte „gedehnt“ haben.
Denn gedehnt haben sie definitiv, spätestens das Ende des Films steht so nicht im Buch.
David gelingt es, mit seinem Sohn und einigen anderen, die sich Carmody nicht angeschlossen haben, ins Auto zu flüchten und zu fliehen (natürlich nicht ohne Opfer). Sie fahren, soweit das Benzin reicht (Im Buch tankt David, und er ist sogar nur mit seinem Sohn unterwegs), können dem Nebel jedoch nicht entgehen.
Bald geht das Benzin natürlich aus (noch ein logischer „Fehler“: es stehen theoretisch überall Autos herum, deren Besitzer geflohen sind, ohne den Schlüssel abzuziehen).
Es scheint keine Hoffnung mehr zu geben: 5 Leute im Auto, aber nur vier Patronen im Revolver. David erschießt seine Mitfahrer und steigt aus, um sich zerfleischen zu lassen. Doch statt Monster kommt zwei Minuten später das Militär vorbei, das die Viecher so ziemlich erledigt hat. Der Nebel löst sie in Wohlgefallen auf, alles ist gut, nur David bricht aus nachvollziehbaren Gründen total zusammen.
Das Buch hat ein offenes Ende, denn David vermeint im Radio eine Stimme zu hören. Er steigt nach dem Tanken ins Auto und fährt einfach los. Damit ist die Geschichte zu Ende. Die ist um einiges fröhlicher als dieser Depri-Film, dessen Schluss hart an der Grenze des Verständlichen vorbeischrammt.
Wahrscheinlich kommt nur Männern solch eine Idee – anstatt so lange wie möglich abzuwarten, ob sich nicht doch noch etwas tut und spätestens kurz vor einem Angriff oder dem Verdursten den Revolver einzusetzen, entscheidet sich David beinahe gleich, nachdem der Wagen stehenbleibt, für den sofortigen Tod seiner Mitmenschen und seines Sohnes.
Fazit:
Zuerst wollte ich den Film kaufen – was heißt „zuerst“, mein Entschluss hielt bis zu dem Moment an, an dem David die anderen erschossen hat und das Militär aus dem Nebel auftaucht. „Der Nebel“ ist also ein Film, den man gerade ein einziges Mal anschauen kann – das Wissen, dass das Ende dermaßen deprimierend und hart ist und man sich die Haare rauft vor Ärger, versaut einem die Freude an der ganzen Handlung, die davor geschieht.
Und um dem ganzen ein Krönchen aufzusetzen, hier der allerletzte Spoiler: Die Menschen aus dem Supermarkt, die sich der Fanatikerin angeschlossen haben, haben alle überlebt (bis auf die Fanatikerin, denn die wurde zwar wegen ihres intensiven Gebetes von einem Mottenwesen verschont, aber später „vorsätzlich“ von einem Freund Davids erschossen) und fahren in einem Militärtransporter mit unbewegten Gesichtern an dem zusammengebrochenen David vorbei.
Was im Buch am Ende wirklich passiert, weiß man nicht (s.o.), doch diese kleine „Geste“ der Filmemacher hat mein heidnisch angehauchtes Fass so ziemlich zum Überlaufen gebracht: hätten sie alle auf die Fanatikerin gehört, die die Wesen als Dämonen aus der Hölle bezeichnet, die der Herrgott in seinem Zorn über die Menschen gebracht hat, und die sogar willentlich ein Menschenopfer bringt, würden sie alle noch leben.
Bevor ich mich wieder neu aufrege, ziehe ich einen Schlussstrich und versuche, den Film in die Kategorie „Gesehen, aber bitte niemals, NIEMALS kaufen!“ einzuordnen und ihn dann so schnell wie möglich zu vergessen und mich erfreulicheren Dingen zuzuwenden: hier liegen noch „Die Spiderwicks“ und „Die Brücke nach Terrabithia“ und warten darauf, angeschaut zu werden.
Korrektur: Nachdem ich gerade eben die Geschichte nochmals gelesen habe, ist anzumerken, dass David am Ende mit seinem Sohn UND zwei Frauen flüchten konnte. Das Schicksal der im Supermarkt Verbliebenen bleibt offen; ebenso hat Carmody im Buch kein tatsächliches Menschenopfer gebracht, sondern es nur „theoretisch“ in Erwägung gezogen.
Die Filmecke: „Hogfather“
Eine lang erwartete Neuerwerbung in unserem DVD-Regal (bzw. -Schublade
): „Hogfather“ ein zweiteiliger Fantasy-Streifen nach dem Buch „Schweinsgalopp“ von Terry Pratchett.
Nachdem die Teile ja bereits auf einem deutschen Privatsender lief und ich sie verpasst habe, konnte ich im örtlichen Medien-Markt die letzte DVD abgreifen
Natürlich war, wie auch bei der Verfilmung von „Der Herr der Ringe“, meine Erwartung an den Film sehr groß; Bücher, noch dazu jene von Pratchett, zu verfilmen ist eine ziemliche Gratwanderung.
Mit dem Resultat bei HdR bin ich ganz zufrieden, inzwischen legen dessen drei Special-Edition-Teile die Messlatte sehr hoch.
Aber „Hogfather“ hatte damit kein Problem.
Inhalt:
Die Revisoren der Realität wollen Hogfather, den Schneevater, tot sehen! Sie beauftragen die Assassinen-Gilde, und diese wählt den verrückten Herr Kaffeetrinken, um den beinahe unmöglich erscheinenden Auftrag auszuführen.
Mit einer Bande Räuber und einem Zauberer in ikognito sucht Kaffeetrinken die Zahnfee heim, um mit Hilfe der gesammelten Kinderzähne Macht über den menschlichen Glauben zu erhalten und Hogfather durch Ungläubigkeit zu töten.
Doch ohne den Schneevater wird die Sonne nicht aufgehen, und auch die Geschenke für die Kinder bleiben liegen. So machen sich TOD und dessen Butler Albert auf, um die Geschenke zu verteilen, während Susan, TODs Enkelin, versucht, Kaffeetrinken von seinem Plan abzuhalten.
Meine Meinung:
Der Film ist absolut liebenswert gemacht, wenn auch die Computergrafiken zeitweise etwas künstlich wirken.
Die Charaktere aber sind einfach klasse. Einer der Hauptakteure, TOD, der in den Büchern nur in Großbuchstaben spricht, ist herrlich umgesetzt, die Sterne in seinen Augenhöhlen und die sphärische Stimme wirken überzeugend und nicht kitschig.
Auch auf Binky wurde nicht verzichtet.
Corporal Nobbs von der Stadtwache ist zum Darniederliegen. Der Rattentod hat einen Gastauftritt, ebenso wie Terry Pratchett, der „Master himself“, der als Spielzeugmacher einige Minuten Filmruhm genießt. Die Zauberer – herrlich. HEX hat seinen großen Auftritt als hochmoderne Denkmaschine.
Details und Anspielungen gibt es ohne Ende – sehr lobenswert, dass diese Dinge aus Pratchetts Buch übernommen worden, auch wenn manche Witze nur auf englisch klappen (zu erwähnen wäre da der Aufkleber auf HEX: „anthill inside“, denn schließlich arbeitet HEX u.a. mit Ameisenkraft. Sogar die berühmt-berüchtigte Windows-Wartezeit-Sanduhr wurde nicht vergessen).
Fazit:
Der Film ist erfrischend intelligent, charmant und liebevoll.
Endlich gibt es nach all den eher seichten Fantasy-Buch-Verfilmungen wie z.B. „Eragon“ oder „Der Goldene Kompass“ mal wieder einen Streifen, der das Genre Fantasy über das Kinderfilm-Niveau hebt.
Pratchett-Leser allerdings verstehen manche Dinge besser als „Neulinge“, besonders die Hintergründe, die hinter manchen Charakteren stecken.
Unbedingt mehrmals anschauen, da viele Details beim ersten Zugucken verlorengehen – Pflicht ist es ebenso, auch mal die englische Tonspur laufen zu lassen.
Weiteres:
Die Verfilmung von „The Colour of Magic“ („Die Farben der Magie“, mit Kult-Charakter Rincewind
) soll bald in England erscheinen – freuen wir uns also auf weitere Pratchett-Verfilmungen

